25. Dezember, 2006
Ein Grund zum Feiern...
Eine unerwartete Erfahrung intersubjektiver Freude des Selbst
Ich glaube nicht an Weihnachten. Ich habe nie daran geglaubt,
zum einen, weil ich in einer säkularen Familie aufgewachsen bin
und zum anderen, weil ich Jude bin!
Trotz alledem, wurde ich gestern, an Heilig Abend, als ich
von meinem Haus zum Hauptgebäude, in welchem sich das Büro von
EnlightenNext und das Zentrum unserer weltweiten spirituellen
Gemeinschaft befindet, hinüber lief, wurde ich plötzlich von
einer feierlichen Stimmung und ekstatischen Freude überrascht
und mitgerissen, die von einer großen Gruppe meiner Schüler
ausging, von denen viele über die Feiertage aus Europa zu Besuch
gekommen waren. Sie standen überall in Zweier- oder
Dreiergruppen zusammen und strahlten buchstäblich vor Glück
...
Eigentlich war ich hinüber gegangen, um schnell etwas zu
Mittag zu essen, mit der Absicht, mich danach gleich wieder der
Arbeit an meinem neuen Buch zu widmen. Allerdings war ich durch
das egolose Bewusstseinsfeld, dass hier miteinander geteilt
wurde, so berührt, dass ich letztendlich den ganzen Nachmittag
und Abend, bis spät in die Nacht, mit verschiedenen Gruppen
verbrachte. Momente wie diese, wenn ich unerwartet auf den
lebendigen Ausdruck der Vision, die ich seit so vielen Jahren
habe, stoße, geben mir die größte Zuversicht in meine Arbeit.
Die eigentliche Erfahrung intersubjektiven Bewusstseins jenseits
des Egos ist immer neu und ergreifend. Und nicht nur
das – in tiefster und unmittelbarster Weise bestätigt sie,
dass das Bewusstsein oder das Selbst immer nach sich selbst
sucht. Und wenn es sich selbst in anderen erkennt – durch
Individuen, die als eins zusammen kommen – erfährt es
zeitlose Glückseligkeit und Freude.
Hier ist ein Auszug des Buches, an dem ich gerade
arbeite:
Die Freude des Selbst
Das Bewusstsein an sich braucht keine Bestätigung von außen.
Es ist immer schon vollkommen in sich erfüllt und vollständig.
Aber es will sich immer selbst erkennen. Es sucht
dauernd nach sich selbst, und wenn es sich gefunden hat,
bestätigt es sich durch seine eigene Selbstfindung. Das
Bewusstsein will nur eins: sich an sich selbst erfreuen, für
immer, endlos in sich selbst versunken sein. Es scheint, dass
die eigentliche Natur des Selbst auf der tiefsten Ebene diese
Freude an sich selbst ist.
Wenn du deine Aufmerksamkeit auf den leeren Grund deiner
eigenen Erfahrung des Bewusstseins richtest, wirst du direkt
erkennen, dass diese Freude an sich selbst sein natürlicher
Zustand ist. Das Bewusstsein ist kein Objekt; Bewusstsein ist
das Subjekt, und das Subjekt meditiert ständig über sich selbst.
Wenn du diese reine Subjektivität gefunden und genug
Konzentration entwickelt hast, um dir ihrer Eigenschaften
bewusst zu werden, wirst du feststellen, dass die tiefste Ebene
des Bewusstseins tatsächlich etwas Geheimnisvolles und unendlich Anziehendes hat. Wann immer du diesen grundlosen Grund wieder entdeckst egal, ob es nach fünf Minuten oder nach fünf Jahren ist, wirst du auf geheimnisvolle Weise erfahren, dass er immer wieder neu ist.