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12. Dezember, 2007

Das Universe Project

Die Evolution von Bewusstsein und Kultur in der Praxis

Vor vielen Jahren schon sagte ich, dass mein Leben sich wie eine sich ständig ausweitende Explosion anfühlt. Und das ist auch weiterhin so – heute mehr denn je … Aber in Anbetracht der Tatsache, dass ich ein so leidenschaftlicher Verfechter einer evolutionären Spiritualität bin, in der eine vollkommen entschiedene Teilnahme am Lebensprozess grundlegend ist, sollte das eigentlich niemanden wundern, nicht wahr?

Vor drei Wochen hatten wir wieder eines unserer internationalen "Revolution Retreats" hier in unserem World Center in Foxhollow, damit sich die Kerngruppe meiner Schüler und ich uns weiter vorwärts bewegen und entwickeln konnten, was auch tatsächlich geschah. Das Thema des Wochenendes war eine fokussierte Auseinandersetzung mit dem Wesen und den Besonderheiten unserer nächsten Entwicklungsstufe – die manchmal "Third Tier" oder auch Post-Postmodernismus oder Kosmozentrische Perspektive genannt wird.

Mein Ziel war es, dass jeder, der bei diesem intensiven Treffen anwesend war, die Anstrengung unternahm, sein oder ihr eigenes Verständnis dieser zugegebenermaßen schwierigen Konzepte auszudrücken. Der Sinn dessen lag natürlich darin, dass es sehr schwierig ist, sich auf eine spirituelle und philosophische Perspektive auszurichten, die man nicht wirklich tief versteht. Das Ergebnis, das mittlerweile fast schon vorhersehbar für diese Art "spiritueller Gipfeltreffen" geworden ist, war eine noch tiefere Begegnung in einer Einheit der Vision und inspirierten Klarheit über das gemeinsame Ziel. Diese Art intersubjektiver Untersuchung mit anderen Menschen, die sich ebenfalls zu bewusster Evolution in Echtzeit verpflichtet haben – was immer Jetzt bedeutet – ist eine Erfahrung des "Wir", die nicht kreativer, aufregender und lebensbejahender sein könnte.

 

Am Wochenende danach flog ich für nur einen Tag nach London, um in unserem wunderschönen Center in London einen öffentlichen Dialog mit dem bekannten Biologen und Pionier der Bewusstseinsforschung Rupert Sheldrake zu geben. Es wurde ein fantastischer Abend für alle, die gekommen waren. Und ich glaube, ganz besonders für Rupert und mich, denn, obwohl wir uns schon bei verschiedenen Gelegenheiten begegnet sind, haben wir niemals zuvor öffentlich über unsere grundlegendsten Ideen, Überzeugungen und Einstellungen gesprochen. Obwohl wir nicht immer gleicher Meinung waren, war die evolutionäre Spannung, die freigesetzt wurde, für alle spürbar stimulierend. Wir haben uns vorgenommen, uns bald wieder zu treffen. Hier ist ein kurzer Video-Clip von dieser Veranstaltung:

Am nächsten Tag reiste ich für ein Wochenend-Retreat in Frankfurt nach Deutschland. Ich kann ehrlich sagen kann, dass es nicht hätte besser sein können. Die meisten Menschen, die heute zu mir kommen, scheinen hungrig auf das evolutionäre Dharma zu sein. Und ich weiß warum – es ist nicht nur eine enorme Erleichterung für die ängstliche, entfremdete, existenziell verwirrte und spirituell erstickte postmoderne Seele, sondern auch die Quelle tiefster Inspiration, um ein dynamisches, engagiertes und entschiedenes Leben im 21. Jahrhundert zu führen.
Da ich jüdisches Erbgut habe, kann ich nicht anders als jedem, der mit einem deutschen Akzent spricht, instinktiv zu misstrauen. Aber gleichzeitig fühle ich mich mehr denn je dazu bewegt, über meine eigenen ethnisch begründeten Impulse hinauszuwachsen, denn mehr Deutsche als je zuvor scheinen bereit zu sein, den überaus wichtigen Sprung über den postmodernen Narzissmus hinaus zur post-postmodernen evolutionären Erleuchtung zu machen.

Einer der Höhepunkte des Wochenendes war für mich, dass ich – vielleicht zum ersten Mal in den letzten 10 Jahren –wirklich in der Lage war, meine Lehre über "Natürliche Hierarchie" so zu erklären, dass sie von Menschen mit wenig Erfahrung in Evolutionary Enlightenment verstanden werden konnte. Ein weiterer Höhepunkt war der Dialog mit einem hartnäckigen Holländer über das schwierige Thema der Beziehung zu einem spirituellen Mentor in unserer sich ständig weiter entwickelnden Zeit. Die meisten Leute waren sehr erstaunt, als ich von meinen eigenen Herausforderungen in der Beziehung zu meinem Schlagzeuglehrer sprach. Sie können sich diesen Dialog hier anhören.

Abends nach den Teachings habe ich in einem Studio mit meiner Band Unfullfilled Desires geprobt, um uns für unsere beiden Konzerte in Frankfurt vorzubereiten: im "Dreikönigskeller" und im "Tanzhaus West". Ich war ganz schön nervös, denn einer meiner Schüler, Thomas Greinke, ein professioneller Schlagzeuger aus Hamburg, der so freundlich war, mir sein Schlagzeug für die Konzerte zu leihen, war an beiden Abenden unter den Zuhörern! Unfulfilled Desires hat sich, genau wie alles andere in meinem chaotischen Leben, weiter entwickelt. Wir haben jetzt sowohl eine europäische als auch eine amerikanische Besetzung und spielen häufiger als je zuvor.

Tatsächlich werden wir bei einer Party spielen, von der wir glauben, dass sie die spirituelle Party des Jahres werden wird. Ich wurde eingeladen, einen öffentlichen Dialog mit dem renommierten Künstler Alex Grey in seiner unglaublichen Galerie in Chelsea über das Wesen der Kreativität zu geben, gefolgt von einem Konzert mit Unfulfilled Desires , um das Neue Jahr willkommen zu heißen.

Und schließlich ist meine größte Vision für das, was ich versuche zu erschaffen und was ich das "Universe Project" nenne, in der letzten Zeit konkreter denn je geworden. Eine ganzheitliche integrale (link, couldn’t open)Vision für die Entwicklung des Bewusstseins und der Kultur im Kontext von Evolutionary Enlightenment ist entstanden. Meine Schüler und ich stellen uns einen jährlichen Zyklus spiritueller Praxis und tiefer Auseinandersetzung vor, der sowohl das Innere als auch das Äußere, die beiden grundlegenden Dimensionen des Lebens, mit dem Prozess der Evolution des Bewusstseins und der Kultur verbindet.

Ich stelle mir jedes Jahr ungefähr so vor:

Jeder Zyklus von 12 Monaten wird in zwei Teile geteilt. Der eine beginnt mit einem einmonatigen spirituellen Retreat. In den ersten beiden Wochen dieses Retreats kommen zweihundert bis dreihundert meiner Schüler zusammen, um in Stille Meditation und Kontemplation zu üben. Daran anschließend gibt es weitere zwei Wochen konzentrierten kollektiven Dialogs und der Auseinandersetzung, die ich leiten werde, ähnlich wie es jetzt bei den Revolution Retreats geschieht. Dieser zweite Teil wird für die Öffentlichkeit zugänglich sein.

Ein halbes Jahr später werden wir dann die zweite 6-monatige Periode beginnen, in der wir eine internationale EnlightenNext/What is Enlightenment?-Konferenz in New York oder London veranstalten. Wir beabsichtigen, ein nie da gewesenes Forum für evolutionäre Spiritualität und für spirituellen, philosophischen und kulturellen Dialog zu schaffen, von dem ich überzeugt bin, dass es einen neuen Maßstab dafür setzen wird, was zwischen leidenschaftlichen und inspirierten Denkern und Aktivisten in allen Bereichen des Lebens möglich ist.

Die ganze Idee dabei ist, dass die Tiefe und die Einsichten aus dem Monats-Retreat die Art und Weise beeinflussen, wie wir die Konferenz konzipieren und organisieren. Und das, was wir von dem sich ständig ausweitenden Kreis von Freunden und Mit-Evolutionären (link hier um das Wort zu erklaeren? Not in the Original) lernen, die wir durch die Konferenz und unsere Arbeit an WIE unterstützen, wird in unsere eigenen Untersuchungen während der Retreats einfließen. Was ich hier beschreibe ist ein wirklich integrierter, fortlaufender Kreis der Entwicklung, eine permanente kreative Reise vom Inneren zum Äußeren und wieder zum Inneren zurück, die sich naturgemäß nur entwickeln und vertiefen kann und immer mehr umfassen wird.

Dies und die Tatsache, dass alle unsere Zentren Universitäten für ein höheres Bewusstsein werden, hat uns allen eine wirklich integrierte Vision gegeben, der wir uns voller Leidenschaft verpflichten können. Und gleichzeitig ist es eine Vision, die so viele Menschen, wie sich am Universe Project beteiligen wollen, einschließen kann, auf welcher Ebene auch immer sie das möchten.

Ich glaube, diese Nicht-Getrenntheit der Evolution des Bewusstseins von der Evolution der Kultur, die in dieser Vision spürbar wird, ist das, was die Sehnsucht des Selbst, sich auf allen Ebenen – und, wie Ken Wilber sagen würde, in allen Quadranten – zu entwickeln, zutiefst befriedigt.

Wir sind von diesen Plänen alle total begeistert. Ich hoffe, Sie werden es auch sein!