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03. Mai 2007

Bewusstsein, Kultur ... und Kuchen

Reflexionen über drei Wochen in Europa

Auftritt mit Unfulfilled Desires

Soeben bin ich von einer stürmischen dreiwöchigen Vortragsreise durch Europa zurückgekehrt, die ein wirkliches Abenteuer war! Meine Frau und ich verließen Boston am Abend des 10. April und landeten am nächsten Morgen in Kopenhagen. Dort angekommen, holten wir tief Luft und bestiegen ein weiteres Flugzeug nach Århus in Dänemark, wo ich am gleichen Abend einen Vortrag hielt. Am nächsten Morgen ging es zurück nach Kopenhagen für einen weiteren Abendvortrag, gefolgt von einem ganztägigen Seminar. Von dort aus ging es nonstop weiter: Amsterdam, Zürich, Freiburg, Frankfurt, Paris und zuletzt fünf Tage London. Fast jeden Tag hielt ich Vorträge oder leitete ganztägige Seminare. Und wenn ich nicht lehrte, war ich mit meiner Jazz-Fusion Band Unfulfilled Desires im Proberaum oder auf der Bühne.

Annette Kaiser

Swami Divyanand

Das Interessante am Reisen mit solch atemberaubendem Tempo ist die Erfahrung eines ständigen Wechsels zwischen einem chronischen Gefühl der Orientierungslosigkeit und dem Zustand vollständig fokussierter Klarheit und Stille, der mich jedes Mal überkommt, wenn ich lehre. Es ist wirklich zutiefst befriedigend, in so kurzer Zeit so viele neue Menschen aus so vielen verschiedenen Ländern und Städten zu treffen, und zu sehen, wie die gleiche inspirierende Erkenntnis des uns innewohnenden evolutionären Potenzials sie zum Aufleuchten bringt. So wenige von uns scheinen zu wissen, wer wir wirklich sind, warum wir hier sind, oder was der Sinn dieser häufig verwirrenden menschlichen Erfahrung eigentlich ist. Wovon viele Menschen so tief und spürbar ergriffen werden, ist die befreiende Erkenntnis, dass unser postmodernes entfremdetes Selbst eine absolute Erfüllung und Verbundenheit erfahren kann, indem es den sinngebenden Entschluss fasst, nicht nur sich selbst persönlich zu transformieren, sondern Verantwortung für die Evolution von Bewusstsein und Kultur an der Spitze der Entwicklung zu übernehmen. Es gibt nichts Schöneres, als das Erwachen von Sinn und Bedeutung in den Augen eines anderen Menschen zu sehen. Dieses Erwachen zu dem, was ich das Authentische Selbst oder den evolutionären Impuls nenne, entflammt die Seele und befreit das Selbst aus dem Gefängnis des Egos in eine endlose kreative Freiheit hinein.

Willigis Jäger

Ein unerwarteter Kuchen

In den drei Tagen zwischen Zürich und Frankfurt, hatte ich Gespräche mit vier verschiedenen spirituellen Meistern ... und bekam viel Kuchen! In unserem Zentrum in Zürich traf ich die warmherzige und aufgeschlossene Anette Kaiser, eine Schweizer Sufi-Lehrerin, die autorisiert ist, die Arbeit der legendären Irina Tweedie weiterzuführen. Dort sprachen wir bei Kaffee und Kuchen über die Evolution der Erleuchtung, Frauenbefreiung und mögliche Wege zur Rettung unserer Spezies. Unterwegs nach Frankfurt, hatte ich ein sehr ernsthaftes zweistündiges Treffen mit dem bekannten Benediktinermönch und Zen-Meister Willigis Jäger, das mit dem deutschen 16.00 Uhr Kaffee-und-Kuchen-Ritual begann, dem eine leidenschaftliche Dharma-Debatte über den Unterschied zwischen Sein und Werden folgte. Und auf meinem Weg nach Freiburg wurde ich von dem ehrenwerten und respektierten Swami Divyanand empfangen, einem Vorstreiter des interreligiösen Dialogs, spirituellen Lehrer und Schüler des Sikh-Meisters Sant Kirpal Singh. Seine Organisation Sandila, eine Glaubensrichtungen übergreifende nichtstaatliche Organisation, die mit den Vereinten Nationen zusammenarbeitet und die spirituelle Zeitschrift Visionen heraus gibt, ist eine Quelle unvergleichlicher Großzügigkeit und Unterstützung für das Erscheinen von What Is Enlightenment? in Deutschland. Bei diesem, meinem zweiten Besuch, wurden wir mit Liebe, Herzlichkeit und Wohlwollen überhäuft, und als Höhepunkt ... mit einem riesigen Kuchen überrascht - der zu meinem Erstaunen und meiner Verlegenheit mit einem essbaren Foto von mir aus Zuckerguss überzogen war! Letztendlich wurde ich von Didi Sudesh, einer leitenden Lehrerin der internationalen Brahma Kumaris-Gemeinde, zum Mittagessen eingeladen. Mit der unverkennbaren Ausstrahlung von Erleuchtung und selbstloser Leichtigkeit des Seins–die sie mit anderen Älteren von Brahma Kumaris teilt, die ich bisher getroffen habe, insbesondere mit Dadi Janki–warf sie mich völlig um. Sie bot uns zwar keinen Kuchen an, hatte aber den ganzen Vormittag damit verbracht, ein aufwendiges indisches Festmahl für uns zuzubereiten.

Mit Didi Sudesh & Alka

In Frankfurt und London begegneten mir meine Zuhörer mit einer tieferen Ernsthaftigkeit als jemals zuvor, was wiederum eine größere Spontaneität und Kreativität in meiner eigenen Fähigkeit, die Lehre des Evolutionary Enlightenment weiterzugeben, anregte. Es scheint als wäre der Prozess des Lehrens ein wechselseitiges Geschehen, und desto ernsthafter meine Zuhörer sind, desto mehr bin ich in der Lage über mich selbst hinauszugehen und desto dynamischer und tiefer ist die Wirkung meiner Lehre. Es ist schwierig diese Erfahrung der "Gesichtslosigkeit" zu beschreiben, so weit über das egoistische Selbstbild hinauszugehen, sodass man wirklich frei von jeglichem Gefühl von Begrenztheit ist und von den Flügeln des evolutionären Impulses getragen wird.